Ratgeber
Leasing oder Kaufen: Was lohnt sich wann?
399 € im Monat klingen machbar – aber ist Leasing damit günstiger als Kaufen? Die Antwort steckt nicht in der Rate, sondern im Restwert. Hier ist die Rechnung, die Leasing-Anzeigen weglassen.
Die ehrliche Rechnung hinter der Leasingrate
Beim Leasing zahlst du für die Nutzung, nicht für das Auto. Zur beworbenen Monatsrate kommen fast immer dazu: eine Sonderzahlung (Anzahlung), Überführungs- und Bereitstellungskosten (oft 800–1.200 €, gern im Kleingedruckten) und am Ende mögliche Nachzahlungen für Mehrkilometer oder Schäden über normale Gebrauchsspuren hinaus. Am Laufzeitende gibst du das Auto zurück – alles Gezahlte ist endgültig weg, es bleibt kein Gegenwert.
Kaufen: Kapital gebunden, aber der Restwert bleibt
Beim Kauf fließt zwar deutlich mehr Geld, aber ein großer Teil kommt zurück: Das Auto hat nach der Haltedauer einen Restwert, den du beim Verkauf realisierst. Die echten Kosten des Kaufs sind also nicht der Kaufpreis, sondern Kaufpreis minus Restwert – sprich: der Wertverlust, plus die laufenden Kosten.
Beispielrechnung über 4 Jahre
Ein Neuwagen für 40.000 €, 15 % Wertverlust pro Jahr, Leasing-Angebot mit 399 €/Monat und 4.000 € Sonderzahlung. Betriebskosten (Versicherung, Wartung, Energie) fallen in beiden Fällen an und bleiben hier außen vor:
| Leasing | Kauf | |
|---|---|---|
| Sonderzahlung / Kaufpreis | 4.000 € | 40.000 € |
| Raten (48 × 399 €) | 19.152 € | – |
| Restwert nach 4 Jahren | 0 € | ≈ 20.880 € |
| Echte Kosten | 23.152 € | ≈ 19.120 € |
In diesem Beispiel ist der Kauf rund 4.000 € günstiger – obwohl sich die Leasingrate harmlos anhört. Je nach Angebot (starke Leasing-Subventionen des Herstellers, hohe Rabatte beim Kauf) kann die Rechnung auch kippen. Genau dafür gibt es den Rechner.
Wann Leasing trotzdem sinnvoll ist
- Selbstständige und Gewerbe: Leasingraten sind als Betriebsausgabe sofort absetzbar – der Steuervorteil dreht die Rechnung häufig zugunsten des Leasings.
- Kurze Haltedauer gewollt: Wer ohnehin alle 2–4 Jahre wechselt, zahlt beim Kauf die teuersten Wertverlust-Jahre – genau die trägt beim Leasing der Leasinggeber.
- Restwertrisiko abgeben: Bei schnellen Technologiezyklen (z. B. E-Autos) trägt der Leasinggeber das Risiko fallender Gebrauchtpreise.
- Planbare Kosten: Feste Rate, oft mit Wartungspaket – keine bösen Überraschungen.
Die Kilometerfalle
Leasingverträge sind auf eine Fahrleistung kalkuliert, meist 10.000–15.000 km pro Jahr. Mehrkilometer kosten typisch 10–25 Cent pro Kilometer. Wer 5.000 km pro Jahr über dem Vertrag liegt, zahlt bei 15 Cent über vier Jahre 3.000 € nach – und genau daran scheitert die Leasing-Rechnung bei Vielfahrern regelmäßig. Für 30.000+ km im Jahr ist der Kauf fast immer die bessere Wahl.
Fazit
- Lange Haltedauer + normale Fahrleistung: Kaufen ist meist günstiger.
- Gewerblich + Steuervorteil: Leasing rechnet sich oft.
- Vielfahrer: Vorsicht vor Mehrkilometer-Kosten – eher kaufen.
- Im Zweifel: Beide Varianten mit echten Zahlen durchrechnen, nicht nach Monatsrate entscheiden.
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