Ratgeber
E-Auto vs. Verbrenner: Was ist wirklich günstiger?
Elektroautos sind in der Anschaffung meist teurer, im Betrieb aber deutlich billiger. Wer nur auf den Kaufpreis schaut, vergleicht falsch – entscheidend sind die Gesamtkosten über die ganze Haltedauer. Hier ist die ehrliche Rechnung.
Der Kaufpreis täuscht
Ein vergleichbares E-Auto kostet als Neuwagen oft einige tausend Euro mehr als der Verbrenner. Doch der Kaufpreis ist nur einer von sechs Kostenblöcken: Dazu kommen Wertverlust, Energie, Wartung, Versicherung und Kfz-Steuer – und beim E-Auto als Bonus die THG-Prämie. Erst die Summe über mehrere Jahre, die sogenannten Gesamtkosten (Total Cost of Ownership, TCO), zeigt, welches Auto wirklich günstiger ist.
Energie: Strom schlägt Sprit deutlich
Der größte laufende Vorteil des E-Autos sind die Energiekosten. Eine Beispielrechnung bei 15.000 km im Jahr:
| E-Auto | Benziner | |
|---|---|---|
| Verbrauch | 17 kWh/100 km | 7,0 L/100 km |
| Preis | 0,30 €/kWh (zu Hause) | 1,80 €/L |
| Kosten pro Jahr | 765 € | 1.890 € |
Über 1.100 € Ersparnis pro Jahr – allein bei der Energie. Wichtig: Die Rechnung hängt stark davon ab, wo geladen wird. Wer überwiegend an öffentlichen Schnellladern lädt (oft 0,50–0,70 €/kWh), halbiert den Vorteil oder verliert ihn ganz. Mit eigener Wallbox – womöglich mit PV-Strom – fällt er dagegen noch größer aus.
Wartung: Weniger Teile, weniger Werkstatt
Ein Elektroauto hat keinen Ölwechsel, keinen Zahnriemen, keine Zündkerzen, keine Abgasanlage – und die Bremsen halten dank Rekuperation länger. Typische Wartungskosten liegen bei 400–800 € pro Jahr, beim vergleichbaren Verbrenner eher bei 700–1.200 €. Über fünf Jahre kommen so schnell weitere 1.500–2.000 € Ersparnis zusammen.
Kfz-Steuer und THG-Prämie: Zwei stille Vorteile
- Kfz-Steuer: Reine E-Autos sind derzeit befreit (je nach Erstzulassung längstens bis Ende 2030). Verbrenner zahlen je nach Hubraum und CO₂-Ausstoß meist 50–300 € pro Jahr.
- THG-Prämie: E-Auto-Halter können ihre CO₂-Einsparung über die Treibhausgasminderungsquote verkaufen – je nach Anbieter und Marktlage meist 80–300 € pro Jahr, ganz ohne Aufwand.
Wertverlust: Die große Unbekannte
Der Wertverlust ist bei beiden Antrieben der größte Einzelposten – je nach Modell 12–20 % pro Jahr. Bei E-Autos war der Gebrauchtmarkt zuletzt volatiler: Schnelle Modellzyklen und Rabatte auf Neuwagen drücken die Restwerte. Dagegen stabilisieren lange Batteriegarantien (meist 8 Jahre / 160.000 km) und die wachsende Nachfrage nach günstigen gebrauchten Stromern die Preise zunehmend. Seriös vergleichen heißt: den Wertverlust pro Modell ansetzen, nicht pauschal pro Antriebsart.
Versicherung: Nahezu Gleichstand
Haftpflicht und Kasko richten sich nach der Typklasse des konkreten Modells, nicht nach dem Antrieb. E-Autos liegen mal leicht darüber, mal darunter – hier entscheidet der Einzelfall, nicht die Technologie.
Ab wann rechnet sich das E-Auto?
Die Mehrkosten beim Kauf stehen gegen jährliche Einsparungen bei Energie, Wartung, Steuer und THG-Prämie – bei Heimladern summieren die sich leicht auf 1.500–2.500 € pro Jahr. Daraus ergibt sich ein Break-even-Punkt: das Jahr, ab dem das E-Auto in Summe günstiger ist. Faustregeln:
- Vielfahrer (20.000+ km/Jahr) mit Wallbox: Break-even oft schon nach 3–5 Jahren.
- Durchschnittsfahrer (10.000–15.000 km/Jahr): meist nach 5–8 Jahren – abhängig von der Preisdifferenz beim Kauf.
- Wenigfahrer ohne Heimlademöglichkeit: hier kann der Verbrenner dauerhaft vorn bleiben.
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