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Ratgeber

E-Auto vs. Verbrenner: Was ist wirklich günstiger?

Elektroautos sind in der Anschaffung meist teurer, im Betrieb aber deutlich billiger. Wer nur auf den Kaufpreis schaut, vergleicht falsch – entscheidend sind die Gesamtkosten über die ganze Haltedauer. Hier ist die ehrliche Rechnung.

Stand: Juli 2026 · Lesezeit ca. 5 Minuten

Der Kaufpreis täuscht

Ein vergleichbares E-Auto kostet als Neuwagen oft einige tausend Euro mehr als der Verbrenner. Doch der Kaufpreis ist nur einer von sechs Kostenblöcken: Dazu kommen Wertverlust, Energie, Wartung, Versicherung und Kfz-Steuer – und beim E-Auto als Bonus die THG-Prämie. Erst die Summe über mehrere Jahre, die sogenannten Gesamtkosten (Total Cost of Ownership, TCO), zeigt, welches Auto wirklich günstiger ist.

Energie: Strom schlägt Sprit deutlich

Der größte laufende Vorteil des E-Autos sind die Energiekosten. Eine Beispielrechnung bei 15.000 km im Jahr:

E-AutoBenziner
Verbrauch17 kWh/100 km7,0 L/100 km
Preis0,30 €/kWh (zu Hause)1,80 €/L
Kosten pro Jahr765 €1.890 €

Über 1.100 € Ersparnis pro Jahr – allein bei der Energie. Wichtig: Die Rechnung hängt stark davon ab, wo geladen wird. Wer überwiegend an öffentlichen Schnellladern lädt (oft 0,50–0,70 €/kWh), halbiert den Vorteil oder verliert ihn ganz. Mit eigener Wallbox – womöglich mit PV-Strom – fällt er dagegen noch größer aus.

Wartung: Weniger Teile, weniger Werkstatt

Ein Elektroauto hat keinen Ölwechsel, keinen Zahnriemen, keine Zündkerzen, keine Abgasanlage – und die Bremsen halten dank Rekuperation länger. Typische Wartungskosten liegen bei 400–800 € pro Jahr, beim vergleichbaren Verbrenner eher bei 700–1.200 €. Über fünf Jahre kommen so schnell weitere 1.500–2.000 € Ersparnis zusammen.

Kfz-Steuer und THG-Prämie: Zwei stille Vorteile

Wertverlust: Die große Unbekannte

Der Wertverlust ist bei beiden Antrieben der größte Einzelposten – je nach Modell 12–20 % pro Jahr. Bei E-Autos war der Gebrauchtmarkt zuletzt volatiler: Schnelle Modellzyklen und Rabatte auf Neuwagen drücken die Restwerte. Dagegen stabilisieren lange Batteriegarantien (meist 8 Jahre / 160.000 km) und die wachsende Nachfrage nach günstigen gebrauchten Stromern die Preise zunehmend. Seriös vergleichen heißt: den Wertverlust pro Modell ansetzen, nicht pauschal pro Antriebsart.

Versicherung: Nahezu Gleichstand

Haftpflicht und Kasko richten sich nach der Typklasse des konkreten Modells, nicht nach dem Antrieb. E-Autos liegen mal leicht darüber, mal darunter – hier entscheidet der Einzelfall, nicht die Technologie.

Ab wann rechnet sich das E-Auto?

Die Mehrkosten beim Kauf stehen gegen jährliche Einsparungen bei Energie, Wartung, Steuer und THG-Prämie – bei Heimladern summieren die sich leicht auf 1.500–2.500 € pro Jahr. Daraus ergibt sich ein Break-even-Punkt: das Jahr, ab dem das E-Auto in Summe günstiger ist. Faustregeln:

Faustregel: Je mehr Kilometer pro Jahr und je günstiger der Ladestrom, desto schneller gewinnt das E-Auto. Der genaue Break-even hängt vom konkreten Modellpaar ab – deshalb lohnt die individuelle Rechnung.

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